Meine Lieben 7.7. 1941
Seit Eurem Brief vom 4. 6., der am 21. eintraf, habe nichts mehr von Euch gehört, hoffe Euch jedoch wieder ganz gesund und deine Erkältung Mitzi wirst du bei dieser Hitze doch bald wieder los geworden sein. Auch wir sind G. D. gesund. Dass das amerik. Consulat geschlossen ist, werdet Ihr auch wissen und ob und wann man jetzt noch ein Visum bekommt, müssen wir abwarten; wir wollen das Beste hoffen. Vor 3 Tagen kam ein Päckchen von Euch mit Trockenmilch und Tee an und heute wurde ein weiteres vom Zollamt anvisiert, wofür ich Euch Beiden recht herzlich danke. Letzteres hole morgen (Montag) früh ab und werde dann sehen, was drinnen ist; wir freuen uns doppelt, da ich nicht glaubte, dass sie nach so langer Zeit noch ankämen.
Ob der Klipper noch geht weiß ich nicht, weil so lange keine Post von Euch kam, hoffen wir; denn wenn die Briefe per Schiff gehen, wird es doch länger dauern, bis man von einander hört. Hoffentlich habt Ihr Julius K. (ahn) gesprochen. Wohnen sie weit von Euch entfernt? Sage Onkel Salomon, dass Saly Marxsohn in Fa. B(aruch). Marxsohn dieser Tage starb. Unsere Väter waren Vetters. Besondere Neuigkeiten weiß Euch nicht zu berichten; wir haben z. Z auch öfters sehr heiße Tage und wird es bald Ernte sein. Wie gefällt eurem l. Vater seine neue Beschäftigung? Dass Onkel Max für ein Engross-Geschäft tätig ist, habe Euch doch geschrieben. Er ist auch glücklich, dass er nicht mehr mit seinem Schwiegersohn zusammen arbeiten muss. Hoffentlich hat Änne ihr Baby leicht überstanden.

Grüsst mir alle Lieben von mir und seid Ihre Beide recht herzlich geküsst und auf baldiges gesundes Wiedersehen. Euer Vater.

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