around March 7, 1941


Sie schrieben, wenn sie dies vor einem Jahr gewusst hätten, wären sie nie nach Louisville gegangen. Vielleicht bringt der kleine Thronfolger die Einigkeit wieder ; ich will es hoffen und wünschen. Julius Kahns haben auch noch keine Schiffsplätze; vielleicht können wir noch zusammen fahren.
Dass Ihr noch 84 Dollar an Joint in N. Y. für die Bahnfahrt von der deutschen Grenze bis Lisabon schicken müsst, habe Euch, sowie ich glaube, schon im letzten Brief geschrieben.
Morgen will einen Trauerbesuch bei Simon Schott in Mörfelden machen, dessen Frau am Freitag beerdigt wurde. Du kannst dies auch Onkel Salomon sagen. Bei mir geht es G. L wieder besser und hoffe von EuhAllen, dass Ihr gesund sei. Grüsst mir eure l. Eltern sowie alle Verwandten und seit Ihr Beide recht herzlich geküsst von
Eurem Vater.
Hede ist für einige Tage nach Worms und kommt morgen zurück. Für die avisierten Pa(c)ketchen danke Euch schon im Voraus, braucht aber vorerst keine mehr zu schicken.


Meine Lieben!
Wir freuten uns sehr mit eurem l. Brief hat die gebr(atene). Ente uns das Wasser im Munde gestanden, denn so was leckeres kennen wir nicht mehr.
Sie, l. Mitzi möchten gerne Martins Lieblingsrezepte habe: Wenn etwas bes(onderes) war, machten Pommes frites, Gänsebraten, als Desert Mokkacreme; er war nie ein grosser Esser; ich glaubte doch ,dass Du, l. Martin, jetzt das Fischessen gelernt hattest, wie gerne möchten wir diese essen, wir können eben keinen mehr einladen.
Vater geht es ganz gut und war der Arzt letzte Woche zufrieden. Jeder findet, dass er wieder besser aussieht. Wollen hoffen, dass er gesund bleibt, denn es giebt momentan schon sehr viel zu erledigen. Nachmittags gehe ich überall mit.
Dass ich sehr aufgeregt bin, wenn ich allein zurückbleiben muss, kann man doch verstehen und hat man gar keine Freunde mehr mit denen sich man aussprechen kann; ist denn keiner da, der für mich auch mal was tun könnte. M(eine) Cousine giebt mir keine Antwort mehr und soll ich allein leiben, stelle dich mal, l. Martin, an m(einen) Platz und überlege mal. Wie ich höre, ist m(ein) Neffe Simon auch seit 4 Wochen mit Familie in New York, alle von B[
rüssel?Belgien?] wollen weg. Bei uns ist jeden Abend Gesellschaft uns ist immer grosse Debatte. Für heute sende ich herzliche Grüsse Johanna Kossmann.

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