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Firmenbriefkopf FfM, den 21. 09. 1939


Lieber Martin

Ich hoffe dich gesund und kann G.(ott) L.(ob) Gleiches von uns berichten. Ich warte jetzt drei Wochen auf Nachricht von dir und hoffe, doch bald von dir über Belgien zu hören. Es wäre doch zu hoffen, dass der Krieg bald zu Ende ginge; aber, wer weiss wann?

Bei uns vergeht ein Tag wie der andere und (an) ein Fortkommen ist jetzt gar nicht zu denken, obwohl vereinzelt noch Fälle vorkommen.

So ist vor 10 Tagen Salli Rosenthal und Frau (Metzger aus G.(ross)G.(erau) über Holl.(and) auch nach Bolivien ausgewandert. Wie (die) das jetzt fertig brachten, ist mir ein Räthzel (= Rätsel).

Wie weit ist dein neues Unternehmen gediehen? Und wie funktioniert Job´s und Elsens ihr Geschäft? Sonst weiß für heute Nichts Neues. Sei herzlich geküsst von deinem Vater. Grüsse an Alle.


Lieber Martin!

Wir warten täglich auf Nachricht, aber vergebens und hoffen, dass es bei Dir gut geht. Wir hatten Nachricht von Tante Selma und Onkel Max über Holland und machen sich Sorgen, aber Ihnen geht es gut; ihre Kinder arbeiten, dass sie schnell zu denselben kommen; Karl Kahn sandte an seine Eltern ein Telegramm zu den Feiertagen, diese sind gut verlaufen. Wir spielen mit Golds jeden Abend Rommee. Hede will es noch immer nicht lernen., aber Englisch macht ihr Freude und ist ihre Lehrerin zufrieden.:

Mit Herz Grüsse(n) Deine Johanna Kossmann.



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