Firmenbriefkopf Frankfurt, en 31. Juli 1939

Lieber Martin.

Nach 14 tägicher (=tägiger) Pause erhielt heute deinen Bf. 147 und sah hieraus, dass du eifrig am Ladensuchen bist, hoffentlich schlägt es dir zum Guten ein! Hast du eigentlich mal mit deinem jetzigen Chef über deine Absicht mal gesprochen, oder hat dies keinen Werth? Viellicht kann er dir Ratschläge geben, zumal du ihm doch keine Concurrenz machen willst. Ich habe dich jetzt schon so oft gefragt, ob du das Geschenk von Berthel erhalten hast, aber noch nie hast du mir diese Frage beantwortet, so dass annehmen muss, dass sie es für sich behalten hat. Hast du das Hemd von Siegfr. erhalten, was er dir vor seiner Abreise und von hier geschickt (hat)? Ebenso möchte auch gerne wissen, ob du dein Paket Wäsche sowie deine Chocolade empfangen hast.

Gestern war (ich) in Bad Nauheim und besuchte Herrn Sternberg mit dem voriges Jahr dorten zusammen war und der auch öfter mit Onkel Sal(omon) zusammen war. Er zeigte mir eine Karte von Sal.(omon), die ihm gestern von zu Hause nachgeschickt bekam. Sage Onkel Sal., dass Sternberg bei Flörsheim(er?) wohnt, wenn er ihm schreiben will.

Am amerikan. Consulat war seitdem nicht mehr, da ich doch gern abwarten möchte, ob Wetzlers was für uns tun können. Am letzten Mittwoch beim Notar in G(ross)G(erau), wo der Ac(k)t von dem Acker von Job, den für Mk 3300 verkaufte, gemacht wurde. Die Genehmigung muss jedoch abgewartet werden.

Heute früh war am Finanzamt hier und wollen sie mir das Geld, was an Sal(omon) und Job verlor nicht gutheissen, so dass (ich) es noch als Guthaben versteuern muss. Er sagte mir, Job könnte es mir ja, wenn ich mal drüben wäre, bezahlen; worauf ihm sagte, dies sei ausgeschlossen, er wäre froh, wenn er sich durchbrächte; aber alles scheint mir vergebens zu sein.

Den schönen Garten in G(ross)G(erau) musste diese Woche für Mk 400 hergeben, statt Mk 1200. So kommt man von Allem. Ohne mehr für heute sei herzl. geküsst von deinem Vater.


Anbei ein Schein. Herzliche Grüße Hede.



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