Firmenbriefkopf
20. II. 1937
Lieber Martin!
Dein Bf. Nr. 31 kam am 17. Febr. hier an; also 10 Tg. unterwegs genau so lange wie der unsrige an dich. Ich freute mich von dir Gutes hu hören und besonders, daß du deinen Plan nach M(ilwaukee) aufgegeben hast. Ich habe dir ja schon geschrieben, daß du auf Salli's Ankunft in Ch(icago) warten sollst, da er verschiedene Sachen mit dir in Aussicht hat und auch Jemand an der Hand hat, der ihm mit Mittel sehr behilflich ist. Wenn die Sache klappt, wird euch beiden hoffentlich geholfen sein.
Du frugst nach unserem Neurathvertreter (
Rechtsanwalt Neurath ist tot). Ich war diese Woche bei R-A. Joseph in der Heinrichstraße [in Darmstadt] und habe ihm Knoblauch übergeben. Er macht mir einen sehr guten Eindruck. Steingrober, von dem noch ca. Mk 1000 zu bekommen haben und nach U.S.A. anscheinend durchgegangen ist, habe Dr. Mainzer und Dr. Wolff übergeben. Frau St. ist zu Hause bei ihren Eltern und hat sich auch einen Anwalt Duhling? genommen, der uns Mk 900 zum Vergleich angeboten hat und die auch bei ihm deponiert sind. Ich werde dem Vergleich zustimmen. Steingr(ober) wollte ja im 3 Monaten wieder zurück kommen, aber ich glaube nicht daran. Bei ihm in B. wohnte ein Arbeiter, der in U.S.A. eine Millionenerbschaft hätte und diese wollte er holen. Vielleicht will es der Zufall, daß du ihn siehst.

Das Incasso lässt noch sehr zu wünschen übrig; wir sind der B. z.(ur) Z(eit) noch ca. 4 Mille schuldig, aber ich hoffe auch diese bald herunter zu bekommen.
Du schriebst wegen dem neuen Objektiv; hiervon weiß weder Eisele noch sonst jemand was. Else hat sich bei dem Mann in Kreuznach, bei dem Salli kaufte, danach erkundigt; auch der weiß nichts von demselben.
Gestern traf (ich) Gerta A. und sagte mir, dass sie Nachricht von Frau Wieseneck hatte. und denke ich, daß du baldigst an Bertha in Z. schreibst und ich werde sie, da in 3-4 Wochen, da doch geschäftlich in die Nähe komme, auch einmal besuchen. Das arme Geschöpf ist doch zu bedauern, wo sie jetzt so allein da steht und doch so krank ist. Sie freut sich sicher, wenn sie von dir was hört.

Unseren Opel, der jetzt ca. 100.000 km gelaufen, haben auf einen Ford (Rheinland) getauscht, der ungefähr 40.000 km hat, also nicht die Hälfte gelaufen ist. Wir zahlen auf unseren und Salli´s Wagen den Job geschenkt bekam, bei Hass u. B. M 50.- Aufgeld und meint Job, günstig gehandelt zu haben. Man muss eben warten, wie sich der Neue bewährt. Heute sind wir in Nierstein, wo eben den Bf. schreibe und las gerade den Bf. von Ernst, der sich mit deinen Zeilen sehr freute.
Hede bleibt 8 Tge. hier. Hast Du Familie Marx von Köln schon gesprochen und ist ihr Lift schon angekommen? Weil man doch hier gesprochen hat, als hätten sie Schwierigkeiten bei der Abreise damit gehabt. Hede, Frau Kossamnn und die Niersteiner lassen dich grüssen und noch einen herzhaften Kuss
v. d. Vater.


February 20th, 1937
Dear Martin,
Your letter number 31 arrived here on the 17th of February; that is, ten days in transit, just as long as it's taking our letters to reach you. I was happy to hear good things from you, and particularly pleased that you've given up your plan to go to Milwaukee. I've already told you that you should wait for Sally's arrival in Chicago, since he has various things in mind with you, and also has someone at hand who has the means to help him. If it works out, you'll hopefully both be helped.
You asked about our Neurath replacement. This week I was at R-A. Joseph in Heinrichstrasse [in Darmstadt] and gave him some garlic. He made a very good impression on me. Steingrober, from whom we're still yet to receive 1000 Marks and apparently is now plying his trade in the U.S., has handed off to Dr. Mainzer and Dr. Wolff. Frau St. is at home with her parents, and also took on a lawyer, Duhling [?], who offered us 900 Marks by comparison, which are also deposited with him. I'll agree to the comparison. Steingrober wanted to come back in three months, but I don't believe it. There's a worker living with him in B. who has a inheritance of millions in the U.S., and he wants to get it. Perhaps you'll coincidentally see him. 
The incasso still leaves much to be desired; we owe the bank currently still roughly four thousand, although I hope to get this down soon. You wrote about the new lens; neither Eisele nor anyone else here knows anything about it. Else asked the man in Kreuznach, from whom Salli buys, but even he didn't know anything about it. Yesterday, I met Gerta A. and she told me that she has news from Frau Wieseneck, and I think you should write to Bertha in Z[ürich] as soon as possible, and I will also visit her in the in the next 3 to 4 weeks, since I'll be nearby on business. The poor creature is to be pitied, so alone there now, and really so ill. She'll surely be thrilled if she were to hear something from you. We've swapped our Opel, which had 60,000 miles on it for a Ford (Rheinland) with 25,000 on it, so less than half the mileage.

Comments