around December 14, 1936




Firmenbriefkopf around 14. 12. 36

Lieber Martin,

Was soll ich nun noch schreiben? Frau K(ossmann) und Hede haben ja schon alles Nennenswerte berichtet. Du spielst doch als öfter mit den Jungens Karten; hast du Ihnen auch schon die verschiedenen Kartenkunststücke gezeigt, oder können diese noch bessere?
Wenn Du früher von Sophie's Silberhochzeit geschrieben hättest, so hätte denselben doch gratulieren können; so ist es jetzt doch zu spät zum Schreiben und kannst du ja von mir Grüße bestellen und in meinem Namen noch nachträglich gratulieren.

Du schriebst auch von Adolf Feitler; gewiss ist er ein Vetter von mir; er ist ein Sohn von Herz Feitler, der früher in Darmstadt wohnte. Aber schon sehr lange tot ist! Wenn du Adolf triffst, grüße ihn von mir er wird sich sicher freuen, wenn du ihn aufsuchst. Früher hat er geschielt, das wird er wohl heute auch noch.
Am Samstag hab einstweilen 4 Linsen in feet bekommen und in 14 Tagen soll noch weitere bekommen; am Freitag habe Dr. Alexander gesprochen und will er mit seinem Schwager sprechen, ob er dir was mitnehmen kann. Derselbe geht im halben Januar. Es ist heute sehr schwer, denn jeder hat für sich mitzunehmen.

Deine 2 Würste von Kahns Jungen wirst du hoffentlich bekommen haben. Morgen ist einer große Versammlung im Frankfurt von allen Fachschaften des R(eichs)-Nährstandes und muß abwarten, was diese bringt.
Ab 1. Januar soll eine andere
Mahlung (?) erfolgen; wie man glaubt, soll es kein 00 und I (Mehl) mehr geben, sondern ein einheitliches Mehl; man muß halt abwarten. Die Mühlen verkaufen noch nicht für Januar.
Also sonst weiß für heute Nichts. Sei vielmals gegrüßt und geküßt
von deinem Vater. Grüße an familie August Hirsch und an die ganze Mischpocke.


Dear Martin,
What's left to write? Frau Kossmann and Hede have already filled you in on everything worth mentioning. You're often playing cards with the boys--have you already shown them the card tricks, or do they know even better ones? Had you written earlier about Sophie's silver wedding anniversary, I'd have been able to congratulate her. By now it's too late to write, but you can send my greetings and send belated congratulations in my name. You also wrote about Adolf Feitler; he's absolutely a cousin of mine, he's the son of Herz Feitler, who used to live in Darmstadt. But now long since dead. If you meet up with Adolf, send him my greetings, and I'm sure he'd be happy if you looked him up. He used to be cross-eyed, and probably still is. On Saturday I got 4 lenses in feet, and in 14 days I should get more. On Friday, I spoke to Dr. Alexander, and he'll talk to his brother-in-law to see if he can bring them to you. He'll be going in mid-January. It's very difficult now, as everyone needs to bring things for himself. Hopefully you'll have received your two sausages from the Kahn boys. Tomorrow there's a big gathering in Frankfurt of all the student councils for the agricultural professions, and we'll have to see what this brings. After the first of January, another milling is supposed to take place; as expected, there won't be any 00 or 1 flour anymore, rather a unified flour; we'll have to wait and see. The mills are still not selling for January. Okay, I don't know anything more for today. Many greetings and kisses from your father, greetings to the August Hirsch family, and the whole mishpocha.

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