Lieber Martin. Wir waren alle etwas beunruhigt, da dein Roschhaschane-Brief erst am 21. Sept hier ankam. Vater bestellte jedem wenn Privatpost kommt, bringe sie mit in die Synagoge. Die Feiertage verliefen recht still + ruhig. Wie üblich wurde gut gegessen, hatten versch. Besuche waren ?????, so vergingen die Tage. Onkel Alex war 8 Tage hier + am vorigen Samstag mittag hatte der Vorbeter mit uns gegessen. Aber Hartogsohn fehlte doch trotz allem hat der Herr seine Sache gut gemacht. Habt ihr dort auch [?Jomtov?] gehalten?
Du hast Dich jetzt sicher in das Leben gut eingewohnt, wie schmeckst Dir dort die Küche? Frau Herz schrieb sie konnte nicht so gut kochen als ich, so famos ist es auch bei uns doch nicht, aber wenn als etwas haben was Dir gut schmeckten, da denke besonders an Dich. Jetzt haben im Garten alles geerntet, die letzten Pfirsiche haben mit Hilfe von Tante Hilda eingemacht, ein Teil Aepfel sind im Keller bei [?Bender?] haben noch 4 ??? bestellt, vielleicht bekommen auch Ananas-Reinetten?
Schade l. Martin dass wir die alten Kleider alle nach Bretten geschickt haben auch einen alten Pullover haben nicht nehme den mit Reißverschluss wenn Dir den blauen Anzug haben willst der hängt noch da, gib Nachricht dann geben ihn Ernst mit der am 11. Nov mit der Washington fährt. Aenne mit Familie sind schon auf hoher See, so geht alles weg.
Sally hat sich noch nichts gekauft, er will warten bis sein Visum hat. Hier ist alles soweit gesund, GsD Onkel Salmon fühlt sich ganz wohl, wenn er vorsichtig ist, hat er Ruhe. Ruth war 10 Tage in Mainz im Krankenhaus, wurde am Blinddarm operiert. Montag geht sie wieder zur Schule, sie ist munter + fidel.
Wenn Du Karten schreibst, müsst besser frankieren, jeder musste Strafporto zahlen + Dein Vater dafür verantwortlich gemacht sogar [Garzors?] zahlte 30 US. 
Die Bildchen haben uns gut gefallen, nächsten fahren nach Wiesbaden + lassen Abzüge machen. Paul Oppenheimer war diese Woche hier, er interessierte sich sehr für die Aufnahmen. Montag gehen Sieg O. von hier weg + wie lange wird er dauern dann kreuzen Kahns an die Reihe. Karl ist feste dran zum einkaufen. Von Bretten haben an den Feiertagen am Telefon gesprochen, sind gesund, Tante Hans hatte keine Zeit zum schreiben. Siegfried [Leon?] von Saarbrücken liegt sehr erkrankt in Frankfurt bei seiner Schwester, hat eine Emboli. Dies waren so die Neuigkeiten, die aber alle nicht viel taugen[?].
Du willst aber alles von hier wissen.
Hörst Du l. Martin auch ab Radio, wir suchen oft Ausland Stationen und finden sie als nicht überhaupt da hängen so viele Stationen zusammen, kannst mal nachsehen?
Für heute sende Dir & alle Deinen Verwandten die herzl. Grüsse.
Frau J Kossmann

[Letter from Else]

[Letter from Job]


Lieber Martin!
Aus deinem lbn Brief habe ich ersehen, daß es Dir gut geht, was ich auch von uns berichten kann. Heute morgen haben Vater und ich unsere neue Pässe gehohlt. An den Feiertagen waren Else Hirsch, Else N. u. Betty Dahlerbruch hier. Gestern Abend war ich bei Trude welche allmählich Schlafanzüge für die Jungens zeichnen. Dieser Tage war Karl hier u. hat dein Brief gelesen welcher sagte ?????? Morgens um 5 Uhr auf anders wie in ?????? um 3/4 8 im Geschäft sein. Die Jugend ist noch entzweit. Ich werde auch nicht mehr mit Margot gut werden. Nun lieber Martin wünsche ich Dir einen recht angenehmen Jomkippur und sei Dir für Heute recht herzlichst ?? geküsst von Deiner Schwester Hede
Herzliche Grüsse an die Mischpoche dort.


Dear Martin. We were all a bit worried that your Rosh Hashanah letter didn't arrive here until the 21st of September. Father ordered everyone, whenever private mail comes, take it with to synagogue. The holidays passed pretty quiet + peaceful. As usual, ate well, had various visits, were ??, so the days passed. Uncle Alex was here for 8 days, and last Saturday the cantor dined with us for the midday meal. Naturally we miss Hartogsohn, but the man did a good job. Did you also celebrate the holiday over there? By now you must have gotten used to the new life, how do you like the food? Mrs. Herz wrote that she can't cook as well I can, of course, it's not actually so special here, but when we have something that you liked, then I always think of you. Now we've harvested everything from the garden, put away the last peaches with help from Aunt Hilda [Falkenstein], part of the apples are in the cellar at Bender's [?] and we ordered four more, perhaps we'll also get Ananas-Reinetten?
It's a pity, dear Martin, that we sent all the old clothes to Bretten, also an old sweater with zipper, if you want the blue suit, it's still hanging there, let us know as we'll give it to Ernst, who's sailing with the Washington on November 11th. Aenne and family are already on the high seas, everyone is leaving.
Sally still hasn't bought anything, he wants to wait till he has his visa. For now everyone is good here, thank god Uncle Salomon feels quite comfortable, if he's careful, he's at peace. Ruth was in the hospital in Mainz for ten days, she was operated on for appendicitis. On Monday she'll go back to school, she's a good sport and brave.
When you send us cards, you need to be more mindful of the postage - each has required extra postage, and your father is responsible, even Garzors [?] paid 30 US.
We really like the little photos, we'll take them to Wiesbaden and gets prints made. Paul Oppenheimer was here this week, he was very interested in the recordings. On Monday the Sieg O. leave and how long will it be till the Kahns get in line. Karl is set on shopping. We spoke with Bretten on the telephone over the holidays, they're healthy, Aunt Hans has no time to write. Siegfried [Leon?] from Saarbrücken lies very sick in Frankfurt at his sister's. He has an embolism. This is the news from here, not all of it useful.
But you want to know everything new here. 
Do you, dear Martin, listen to the radio? We're often looking for foreign stations but not finding them, so many stations mingled together, can you check it? 
For today, I'll send you and all your relatives best wishes, from Frau Kossmann.


[Letter from Else]

[Letter from Job]

Dear Martin,

From your lovely letter I've seen that you're doing well, which I can also report from us. This morning, father and I picked up our new passports. During the holidays, Else Hirsch, Else Nachmann and Betty Dahlerbruch were here. Yesterday evening I was at Trude's, she was drawing bit by bit pajamas for the boys. Karl was here and read the letter that said [?] must get up at 5 in the morning, differently than [?] at 7:45 in the business. The youth are still divided. I'm also not doing well anymore with Margot. Now dear Martin I'll wish you a very nice Yom Kippur and a very big kiss from your sister Hede.
Best wishes to the Mishpoche there.
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